Was ist eine Löschwasserzisterne?
Eine Löschwasserzisterne ist ein unterirdischer oder teilweise überirdischer Speicherbehälter, der ausschließlich zur Bevorratung von Löschwasser dient. Im Gegensatz zu normalen Regenwasserzisternen ist sie speziell für den Feuerwehreinsatz konzipiert und dauerhaft mit Wasser gefüllt.
Typischerweise bestehen diese Anlagen aus:
- Stahlbetonfertigteilen
- Stahl- oder Kunststofftanks
- modularen, unterirdischen Behältersystemen
Sie gelten als sogenannte nicht öffentliche Löschwasserentnahmestellen und werden direkt an die Feuerwehr angeschlossen.
Warum ist eine Löschwasserzisterne im Neubau notwendig?
Bei Löschwasserzisterne für Neubau– insbesondere in Gewerbegebieten, Wohnsiedlungen oder Industrieflächen – reicht das Trinkwassernetz oft nicht aus, um die geforderte Löschwassermenge bereitzustellen.
Typische Gründe:
- zu geringer Wasserdruck im Netz
- unzureichende Leitungsdimensionen
- fehlende Hydranten im Umfeld
- erhöhte Brandlast (z. B. Lagerhallen, Industrie)
In solchen Fällen verlangen Bauämter und Feuerwehr eine zusätzliche Löschwasserreserve.
Rechtliche Grundlagen und Normen
Die Planung und Ausführung erfolgt in Deutschland nach verschiedenen technischen Regeln und Normen, insbesondere:
- DIN 14230 – Unterirdische Löschwasserbehälter
- DIN 14462 – Planung, Einbau und Betrieb von Löschwasseranlagen
- Landesbauordnungen (je nach Bundesland)
- Vorgaben der örtlichen Feuerwehr
Die DIN 14230 definiert dabei zentrale Anforderungen wie:
- dauerhaft wasserdichte Bauweise
- frostsichere Einbauweise
- geeignete Entnahmestellen für die Feuerwehr
- ausreichende Tragfähigkeit der Abdeckung (auch für Fahrzeuge)
Größe und Dimensionierung
Die Größe einer Löschwasserzisterne richtet sich nach dem Gefahrenpotenzial des Gebäudes und wird meist von der Feuerwehr oder dem Brandschutzgutachter festgelegt.
Typische Werte:
- 75 m³ bis 150 m³ (kleine bis mittlere Gebäude)
- 100 m³ Standard für viele Wohn- und Gewerbeprojekte
- 150 m³ bis 300 m³ für größere Industrieflächen
Die tatsächliche Dimension hängt unter anderem ab von:
- Gebäudeklasse
- Nutzung (Wohnhaus, Lagerhalle, Produktion)
- Entfernung zur nächsten Wasserquelle
- Einsatzdauer der Feuerwehr
Bauweise und Installation im Neubau
Im Neubau wird die Zisterne meist früh in die Planung integriert, da sie unterirdisch eingebaut wird.
Typische Bauarten:
- Betonfertigteil-Zisternen (sehr robust, langlebig)
- Stahlbehälter (schnelle Installation)
- modulare Kunststoffsysteme (leichter, aber seltener für große Volumen)
Wichtige Einbaupunkte:
- frostfreie Tiefe
- gute Erreichbarkeit für Feuerwehrfahrzeuge
- stabile Zufahrt zur Entnahmestelle
- getrennt vom Trinkwassersystem
Technische Anforderungen
Damit die Zisterne im Einsatz funktioniert, müssen folgende Punkte erfüllt sein:
- jederzeitige Wasserverfügbarkeit
- normgerechte Entnahmestelle (Sauganschluss)
- ausreichender Durchmesser der Leitungen
- regelmäßige Wartung und Kontrolle
- Schutz vor Verunreinigung
Die Systeme dürfen außerdem nicht direkt mit dem Trinkwassernetz verbunden sein, um hygienische Risiken zu vermeiden.
Vorteile einer Löschwasserzisterne im Neubau
- unabhängige Löschwasserversorgung
- erhöhte Baugenehmigungssicherheit
- Schutz bei Netzausfällen
- planbare Brandschutzlösung
- oft Voraussetzung für Gewerbe- und Industriegebäude
Fazit
Eine Löschwasserzisterne ist im Neubau kein optionales Zusatzbauteil, sondern häufig eine baurechtliche Notwendigkeit. Sie sorgt für eine zuverlässige Löschwasserversorgung, wenn das öffentliche Netz nicht ausreicht, und erfüllt wichtige Anforderungen der Feuerwehr und Bauaufsicht.